proM² in der Presse

Wirtschaftsblatt, 2.10.2008
von Melanie Manner

„Wir wollen unter die ersten zehn“

Die Hotellerie entkommt dem War for Talents und seiner Waffe, dem Employer Branding, nicht: Das InterContinental-Chef Rolf Hübner stellte sich dem Beliebtheitsvergleich mit anderen Branchen.

InterContinental-Chef Rolf Hübner, HR-Chefin Karin Schweineggerund Berater Christian Reitterer wollen das Image der Hotellerie durch Employer Branding verbessern.

"Es gibt Länder, wo es eine absolute Auszeichnung ist, in der Hotellerie arbeiten zu dürfen. Österreich gehört nicht dazu." Rolf Hübner, Regionaldirektor der InterContinental-Hotels in CEE, weiß aus Erfahrung, wie schwer es ist, gute Mitarbeiter für seinen Fünf-Sterne-Betrieb zu bekommen. Während er Mitarbeiter sucht, die neben dem Fachwissen auch ein soziales Talent haben, zieht es diese in andere Branchen. "Viele Uni-Absolventen wissen nicht einmal, dass es bei uns interessante Jobs für sie gibt." Und in Österreich herrsche aufgrund der saisonalen Ferienhotellerie das Image vor, das Gastgewerbe sei mühsam und die Arbeitszeiten unmöglich. "Leider gilt immer noch:, Wer nichts wird, wird Wirt.'"

Doch im InterContinental hat der War for Talents Einzug gehalten. "Und wir dürfen nicht immer im selben Genpool fischen." Gerade junge Leute, die noch kein Interesse an der Gastronomie haben, sollen mit Employer Branding auf den Arbeitgeber Hotel aufmerksam gemacht werden.

Verschärft befragt. In den vergangenen zwei Jahren wurde daher die Marke InterContinental auf Vordermann gebracht. Das Mitarbeiterbefragungssystem unter den 350 Mitarbeitern wurde verschärft genutzt. "Was die Mitarbeiter uns sagen wollten, war:, Toleriert nicht mittelmäßige Leistung.'" Sobald klar war, dass schlecht arbeitende Mitarbeiter nicht mehr von fleißigen mitgeschleift werden würden, verbesserte sich das Klima. Auch gesundheitsfördernde Maßnahmen wie ein tägliches Stretching für die Zimmermädchen wurde umgesetzt. Die Mitarbeiterzufriedenheit habe sich um zehn Prozent verbessert, dank Publikmachung der Resultate wüssten das auch alle. Der entscheidende Schritt Richtung Branding folgte danach: Das InterContinental öffnete sich - Glasnost - dem Einblick von außen und nahm mithilfe von Berater Christian Reitterer, Geschäftsführer von ProM², als erstes Hotel am Bewerb "Great Places To Work - Östereichs beste Arbeitgeber" teil.

Rund 50.000 € pro Jahr will Hübner in Zukunft für Maßnahmen des Employer Branding einsetzen. "Wenn wir uns nur mit anderen Hotels vergleichen, reicht das nicht. Wir wollen, dass Absolventen sehen, dass die Mitarbeiter bei uns auch zufrieden sind, nicht nur bei den Banken." Dahin ist es freilich ein langer Weg. Die 25 Besten im Wettbewerb scheinen in der Statistik auf - das InterContinental befindet sich auf Platz 30. "Aber wir wollen unter die ersten zehn."

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