proM² in der Presse

Die Presse, 12/2006
von Christian Reitterer

„Innovations-Hemmer“

Wir wollen uns von keiner Entwicklung überrollen lassen. Wir entdecken Trends, neue Ideen, neue Chancen, neue Produkte, um die Gesellschaft in Schwung zu halten - die Wirtschaft ebenso wie die Politik. Von Innovation profitieren alle.

Doch warum fällt es vielen so schwer, Entscheidungen zu treffen, die Neuerungen erfolgreich voran bringen? Einer, der viel zu wenig betrachtet Gründe ist mangelndes Emotions-Management. Das ist ein echter Innovations-Hemmer.

Verbreitet ist die Haltung, wichtige Entscheidungen sollten frei von Emotionen getroffen werden - rein sachlich. Doch das ist ein fundamentaler Irrtum. Wir können nämlich keine Entscheidungen frei von Emotionen treffen. Im Gegenteil. Moderne Neurowissenschaft hat es bewiesen. Unser Hirn ist so konstruiert, dass wir nur entscheiden können, wenn "Denk-Hirn" und "Emotions-Hirn" zusammen arbeiten.

Werbung spricht immer Emotionen an. Nicht weil sie manipulieren, sondern weil sie Menschen erreichen will. Jeder, der etwas kauft, egal ob ein Auto, einen Rasierapparat, ein Kleid, ein Parfum oder eine Kaffee-Maschine, entscheidet sich nicht "nüchtern" allein für einen Gebrauchswert. Wir entscheiden uns für ein bestimmtes Produkt, weil es uns taugt. Gefühle schwingen immer mit.

Die Psychologen und Management-Berater Margot und Michael Schmitz argumentieren, wir sollten Emotionen als Information verstehen, die uns helfen können, die für uns persönlich richtigen Entscheidungen zu treffen. Erst wenn wir diese Informationen registrieren und reflektieren, sind wir in der Lage, "sachliche" Überlegungen einzuordnen und richtig zu verstehen.

Beispiele: Angst dient als Alarm-System. Sie warnt vor Risiken und Gefahr. Wer Angst nicht wahr nimmt, versteht die Welt nicht richtig. Wer überängstlich ist freilich auch nicht. Optimismus gibt Kraft. Wer jedoch immer nur optimistisch ist, neigt dazu, Schwierigkeiten zu übersehen. Es kommt, so Schmitz & Schmitz, darauf an, Emotionen zu managen. In allen Lebenslagen.

Mit Emotions-Management können wir verhindern, dass uns weder "negative" noch "positiven" Gefühlen in die Irre leiten. Wir sehen realistischer, was um uns herum geschieht, was auf uns zu kommt, was wir verändern sollten, wo die wirklichen Risiken und Chancen liegen. Wir erkennen persönliche Wünsche und eigene Stärken klarer und können Schwächen neutralisieren. Dann geht es uns besser und wir können tatsächlich innovativ sein.

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